Projekt: Die Alltagsgeschichte von Plagwitz / Lindenau

Fabriken in Plawitz / Lindenau

Die Stadtteile Plagwitz und Lindenau sind eine einzigartige Mischung aus Wohn- und Industriegebiet. Noch 1861 war Plagwitz ein Dorf mit 832 Einwohnern, bereits 1910 war die Anzahl auf 20.000 angewachsen. Diese Ausstellung ist ein sozialräumlicher und kultureller Rückblick auf die Jahre zwischen 1870 und 1990. 

Entwicklung der Stadtteile

Ab 1870/80 verlagerten viele Unternehmen in Leipzig ihre stadtnahen Standorte in die weiter außerhalb liegenden Gebiete Plagwitz und Lindenau. Eine wichtige Rolle spielte dabei Dr. Karl Erdmann Heine (1819-1888). Er erschloss Plagwitz infrastrukturell und ermöglichte damit die Entfaltung des Stadtteils.
Plagwitz und Lindenau prägte in den anschließenden Jahren eine industrielle Blüte. Während und nach dem zweiten Weltkrieg durchlebten die Stadtteile eine schwierige Phase. Darauf verlor die Gegend an Ausstrahlung und die industriellen Strukturen wurden abgewirtschaftet. Zuletzt erlebten Plagwitz und Lindenau dann erneut eine Umbruchphase. Es entstand und entsteht eine attraktive und kreative Mischung aus Wohnen, Arbeit und Freizeit.

Alltagsgeschichte und persönliche Schicksale

Die Ausstellung erzählt von persönlichen Schicksalen, Grundüberzeugungen, Beziehungen, Gedanken und Glaubenswelten. Dabei geht es auch um den Einfluss, den die Menschen auf die kulturelle und soziale Entwicklung in beiden Stadtteilen hatten. Die Ausstellung berichtet somit nicht nur über eine Zeit, sondern lässt sie durch die Protagonisten lebendig werden.

Dies geschieht über Zeitzeugen und Bilder, historische Schriften und Veröffentlichungen zu kulturellen und politischen Ereignissen, Gerichts- und Polizeiakten sowie Zeitungsartikel. Inhaltlich geht es um die Arbeits- und Wohnbedingungen, die Ernährung und hygienische Situation, die Alltagskultur und Freizeitaktivitäten. Darüber hinaus um das Rollenverständnis und die Lebenseinstellung der Frau sowie um die Konsumkultur. Die Ausstellung zeigt auch politisches Engagement, soziale und politische Protestformen sowie ungeplante, scheinbar spontane Gewaltformen. Das Projekt richtet sich insbesondere an Studenten, Schüler und Jugendliche. Diese können sich in der Ausstellung mit ihren Wurzeln auseinandersetzen. Auch Anwohner, Zugezogene und Besucher erfahren Hintergründe zur Entstehung und Entwicklung der Stadtteile. Abseits von Fakten wird Geschichte so erlebbar.

Weitere Informationen erhalten Sie unter info@westbesuch.com.